|
Ansprechpartner |
Elisabeth Stecker Tel.: 07731 / 63184
|
|
Chorprobe
|
jeden Donnerstag |
|
Kostenbeitrag |
--///-- |
Wir freuen uns über jedes neue Chormitglied, das Interesse an geistlichen, aber auch weltlichem Liedgut hat; Alter oder Konfession spielen keine Rolle.
nachzulesen im Pfarrbrief Nr. 9 / Ostern 2004
Pfarrbrief:
Herr Oelke, als Berufstätiger und Familienvater sind Sie sicher gut ausgelastet.
Was motiviert Sie für Ihr umfangreiches kirchenmusikalisches Engagement?
G. Oelke: Die Kirchenmusik ist ein großartiges Geschenk. Sie spricht Menschen auf ganz verschiedenen Ebenen an. Wenn St. Exupéry sagt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, dann ist das eine Erfahrung, die ich auf den Gesang übertragen möchte: „Man singt nur mit dem Herzen gut.“ Musik ist mehr als Akustik, sie berührt den ganzen Menschen. Für mich als Dirigent verstärkt sich der Geschenkcharakter, weil ich das, was ich selbst erlebe, auch vermitteln darf. Musik führt in die Gemeinschaft, in der Gemeinschaft findet sie zu vollen Entfaltung.
Pfarrbrief: Als Dirigent entscheiden Sie auch darüber, was der Kirchenchor singt. Die Auswahl ist groß, die Interessen der Sängerinnen, Sänger und Gottesdienstbesucher sind verschieden. Wofür entscheiden Sie sich, für moderne Lieder oder Liedgut aus der Vergangenheit oder gar Sacropop?
G. Oelke: Da gibt es für mich ein Dogma: Verschließe dich vor nichts! Ich bin offen für alles, jage aber nicht allen Hasen nach. Aufgrund der Größe des Kirchenchores habe ich Präferenzen für die klassische, barocke oder romantische Literatur, zuletzt haben wir Werke von Reger, Reinberger usw. gesungen. Heute gehören auch Taizélieder zum festen Repertoire eines Kirchenchores.
Pfarrbrief: Wenn man sich in anderen Pfarreien umschaut, dann findet man dort große Probleme mit der Überalterung der Kirchenchöre, viele Stimmen sind nur noch einfach besetzt, die Mitgliederzahl sinkt, Nachwuchs bleibt aus. Plagen Sie diese Sorgen auch, wenn Sie an Ihren Chor denken?
G. Oelke:
Der Hilzinger Kirchenchor hat keine beängstigenden Sorgen. Dafür gibt es
zwei Gründe:
1. In den Sängerinnen und Sängern, die aus Binningen zu uns gekommen sind, haben
wir beste Freunde und einen großen Gewinn für den Chor gefunden.
2. Der Kirchenchor ist untereinander homogen. Die Proben sind sehr erfrischend
und die Chormitglieder begegnen allen, die einmal in den Chor hineinschnuppern
wollen oder Projektsängern, die den Chor gelegentlich verstärken, mit sehr
großer Offenheit. In einer solchen Atmosphäre kommt es immer wieder vor, dass
jemand Neues dabei bleibt. Auch vom Alter her gibt es keine Probleme, auch meine
älteste Tochter singt mit.
Pfarrbrief: Wenn Sie solchen Spass an der Arbeit mit dem Hilzinger Kirchenchor haben, dann haben Sie sicher viele Ideen für die Zukunft und neue Projekte in Planung.
G. Oelke: Ja, das stimmt. Vor allem wünsche ich mir, dass der Chor seinem Namen gerecht wird und künftig aus dem Chorraum der Kirche singt. Bei einer Vollbesetzung ist die Empore inzwischen schlicht zu klein.
Pfarrbrief: Das wäre ja auch ganz im Sinn des II. Vatikanischen Konzils. Danach soll es der Gemeinde deutlich werden, dass die Liturgie nicht nur vom Priester, sondern von vielen anderen liturgischen Diensten getragen wird. Das ist ja der Grund, warum sich die Lektoren und Kommunionhelfer während des Gottesdienstes im Chorraum aufhalten.
G. Oelke:
Für die Umsetzung dieser Idee brauchen wir ein kleines Orgelpositiv. Das
ist eine kleine kompakte Orgel, mit der ich den Chor selbst begleiten könnte.
Dadurch wird man variabler und das Kommunizieren des Chores mit der Gemeinde
wird dadurch ermöglicht. Der Chor singt ja nicht für sich und allein zur Ehre
Gottes. Er soll den Gesang der Gemeinde unterstützen, mit der Gemeinde im
Wechselgesang in Dialog treten und den Gemeindegesang durch eigene Beiträge
ergänzen.
Aber auch bei den Werktagsgottesdiensten wäre das Orgelpositiv von Vorteil.
Pfarrbrief: Um den Kirchenchor machen Sie sich keine allzu großen Sorgen. Herr Wieser, der Organist, hat unter www.kirche-in-hilzingen.de im Gästebuch der Pfarrei geschrieben, dass es bei den Organisten kaum Nachwuchs gibt, von den Chorleitern hört man ähnliches.
G. Oelke: Das ist richtig. Meine Ausbildung habe ich durch mein PH-Studium erworben. Für Interessierte gibt es jedoch ganz in der Nähe eine Ausbildungsmöglichkeit. Beim Bezirkskantor, Herrn Koch in Singen, kann man die Ausbildung zum sgn. „C-Musiker“ machen. Wer diese Ausbildung absolviert, kann anschließend nebenberuflich als Organist und Chorleiter tätig werden.
Pfarrbrief: Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um für diese Ausbildung geeignet zu sein?
G. Oelke: Grundkenntnisse im Klavierspiel und Freude am Singen muss man schon mitbringen.
Pfarrbrief: Und wenn ich einfach nur im Kirchenchor mitsingen will?
G. Oelke: Sie sollten nicht ganz unmusikalisch sein, dann können Sie gerne einmal bei einer Chorprobe vorbeikommen.
![]()
Zur Person
¨ Guido Oelke, Jahrgang 1956,
¨ aufgewachsen und wieder wohnhaft in Duchtlingen
¨ Verheiratet, drei große Kinder
¨
Ausbildung und Beruf:
Abitur am Susogymnasium in Konstanz, Studium der Theologe an der Universität
Freiburg und Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg. Nach
12-jähriger Tätigkeit als Lehrer in Konstanz jetzt Realschullehrer an der
Ekkehardrealschule in Singen. Fächer: Religion, Musik, Deutsch und Erdkunde.
¨
Musikalische Tätigkeitsbereiche:
- Leiter des Kirchenchores in Hilzingen seit November 2001
- davor 12 Jahre Leitung des Kirchenchores in KN-Wollmatingen
- Leiter des Männergesangsvereins in Duchtlingen
- Organist in Duchtlingen
- Leitung eines kleinen Gesangsensembles in der Schule
¨ Ausgleich: Begegnung mit der Natur in der sportlichen Betätigung, d.h. Skilanglauf im Winter, Langlauf bis zur Marathondistanz und Radfahren, am ersten Ferientag der Sommerferien Bodenseeumrundung
![]()